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FC schlägt Verfolger Gilching auswärts

Freitag, 9. Oktober 2026 · 19:30 UhrBZL Oberbayern Süd, 13. Spieltag

Spielbericht vom 14. Oktober 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Der FC Penzberg hat den TSV Gilching mit 3:0 besiegt – und feierte das ganz speziell. Doppeltorschütze Dominik Bacher traf zum 21. und 22. Saisontor.

    Den Unmut der Heimzuseher zog Samir Neziri auf sich. Natürlich war das in höchstem Maße provokant, was er an Spott und Hohn über den Gegner aus Gilching ausgoss. Flankiert von seinen Teamkollegen Fatih Kocyigit und Marco Hiry baute er sich vor der Bank der Hausherren auf und erinnerte mit bester Genugtuung an die Worte, die Trainer Christian Rodenwald in der Vorschau gewählt hatte.

     

    Er hatte getan, was man ebenso tut als Außenseiter: ein wenig gezündelt, um Feuer in das Spiel zu bringen. „Wir formen uns lieber Spieler, als welche teuer einzukaufen“, hatte er im Zeitungsinterview festgehalten – und damit natürlich das Ego der Penzberger getroffen, vor allem das der stolzen Einheimischen Neziri und Hiry. Johannes Franz musste kein Wort mehr sagen, als er die Kabinentür in Gilching vor der Partie öffnete. „Die haben alle gebrannt“, notierte der Trainer.

    Trainer in der Jubeltraube

    Wie das 3:0 durch Dominik Bacher fiel, entluden sich die Emotionen wie ein Gewitter mit Blitz und Donner. Neziri & Co. stürmten schnurstracks auf die Bank des TSV zu und ließen die Gastgeber wissen, wie süß Rache sein kann. Zurück blieben aufgebrachte Hausherren und ein Coach, der sich mit seiner Kampfansage verbrannt hatte. Trainer Franz, der sich auch für die Außendarstellung seiner Mannschaft verantwortlich fühlt, bekam von all dem nichts mit. Er war vereinnahmt von einer Jubeltraube um Dominik Bacher. Hinterher hielt er fest: „Manches kann man aufhalten, manches nicht wirklich. Selbst in den Top-Ligen gehören solche Emotionen mit dazu.“ Sahen die Anhänger der Gastgeber freilich nicht so, aber an diesem Abend fehlten ihnen die Argumente.

    Es war ein denkwürdiger Freitag in der Bezirksliga. Vielleicht sogar der Tag, aus dem aus einem Vierkampf endgültig ein Zweikampf wurde. Beide Verfolger verloren, während Penzberg und Moorenweis jeweils ihre Aufgaben erledigten. An solchen Abenden werden Aufsteiger gemacht: Wenn der Regen vom Rasen spritzt, die Stammspieler ungeplant wegbrechen – und der Gegner zur Bestform aufläuft. Ja, der FCP musste gegen Widerstände vorgehen. Die Absage des immer noch kranken Maximilian Berwein traf das Team hart, weil er doch die gesamte Statik trägt. „Viel schwerer kann ein Ausfall nicht wiegen“, so Franz. Im Spiel nach etwa 20 Minuten ging dann auch noch Sandro Porta in die Knie, Verdacht auf Muskelfaserriss. Und dann zeigte Gilching, warum es – Penzberg mal ausgeklammert – zu den spielerisch stärksten Klubs der Liga zählt. „Umso höher musst du unsere Leistung bewerten“, schwärmte der Coach.

    Was die Penzberger zeigten, war Willen. Kaum zu glauben, mit welcher Freude sich wirklich jeder an den mühsamen Seiten des Fußballs verlustierte. Tino Reich und Murat Ersoy waren der Sicherheitsdienst vor der Abwehr, Samir Neziri und Julian Popp fetzten die Außen rauf und runter, Jonas Kirschner, Marco Hiry & Co. überboten sich auf der Jagd nach ersten und zweiten Bällen, Sinan Grgic – ein emsiger Berwein-Ersatz – fieselte munter im Mittelfeld mit und schoss das 1:0, das nicht besser zu Penzbergs Spiel hätte passen können. Er setzte bei einer abgelenkten Hereingabe nach, zog mit vollem Risiko ab und traf ins Volle.

    Den Rest in diesem Duell auf der Rasierklinge erledigte der Mann, der prominent im Vorbericht vorgekommen war. Über Dominik Bacher und seine Torquote hatte Christian Rodenwald zu Protokoll gegeben: „Das ist schon sehr beeindruckend. Ich möchte aber dennoch nicht tauschen.“ Kein Penzberger hatte dieses Zitat vergessen. Und wie dieser „geile Mentalitätssieg“ mit den Bacher-Toren 21 und 22 besiegelt war, gingen Grüße raus an die geschlagenen Gilchinger.