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FC siegt fast zweistellig

Samstag, 19. September 2026 · 15:00 UhrBZL Oberbayern Süd, 10. Spieltag

Spielbericht vom 21. September 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Der FC Penzberg feiert einen 9:0-Kantersieg gegen Deisenhofen II. Trainer Franz bemängelt trotzdem Szenen, die ein Gegentor gerechtfertigt hätten.

     Text und Bild: Mayr

    Irgendwann begann das große Starren. Immer wieder wanderten die Blicke im Stadion auf die Anzeigetafel, die offensichtlich nur einstellige Ziffern darstellen kann. Mit jedem Tor der Gastgeber rückte die Frage näher, was sie wohl tun würde, wenn der FCP doch tatsächlich zehn Treffer schießt. Es blieb beim Konjunktiv, denn exakt nach 90 Minuten pfiff der Schiedsrichter beim Stand von 9:0 ab, erlöste die Gäste vom FC Deisenhofen II und gab den Startschuss für eine neue Tradition. Nach jedem Heimsieg bekommt Trainer Johannes Franz mittlerweile einen Kübel Wasser aus dem Hinterhalt übergekippt. Samir Neziri erlaubte sich den Jux erstmals gegen Geretsried und wiederholt ihn seitdem zuverlässig. Ein pitschnasser Trainer nahm also Platz in der Sonne und musste mal wieder einsortieren, was passiert war.

    Es ging nicht darum, die Leistung kleinzureden. Neun Tore muss man in der Bezirksliga erst einmal schießen. Aber: „Das war nicht die normale Deisenhofener Mannschaft“, betonte Franz. Fehlte doch mindestens eine Handvoll Stammspieler, darunter Top-Mann Florian Weber, der stets in den Rollen zwischen Bayernliga-Joker und Bezirksliga-Torjäger wandelt. Tatsächlich ähnelten die Gäste noch sehr einer Jugendmannschaft mit all ihren Lastern: einmal zu viel Leichtsinn, einmal zu wenig Geduld und schwupps, marschierten die Penzberger schon wieder auf ihr Tor zu.

     

    Was die Gastgeber mit ihnen anstellten, war gewiss herrlich zu betrachten. Tino Reich und Maximilian Berwein pflügten wie Asterix und Obelix durch eine Römer-Kohorte, links und rechts blieben hilflose junge Männer in weißen Dressen zurück. Die FCP-Teamkollegen dankten es mit großer Treffsicherheit in der Anfangsphase. Als nach 20 Minuten bereits das 4:0 fiel, begann das große Grübeln im FCP-Lager, wie hoch der Sieg ausfallen würde. Die Funktionäre, die hinter dem Tor das Spiel verfolgten, erinnerten sich an ein 8:1 vor zwei Jahren. Gästecoach Andreas Budell hatte an eben jenes Ergebnis im Vorfeld erinnert und damit wohl böse Geister geweckt.

    Penzberg jedenfalls war zu keinem Zeitpunkt satt. „Darauf legen wir Wert. Wir wollten keine Lethargie reinbringen“, sagte Franz. Berwein, die Dame auf dem FCP-Schachfeld, trieb sie von überall an. Mal als Linksverteidiger, mal als Mittelstürmer und stets mit einem Blick für die Kollegen. „Die Vorlagen hab’ ich gar nicht mehr mitgezählt. Aktuell ist er unser wertvollster Spieler.“ Gefühlt an jedem Treffer war Berwein beteiligt, schoss einen selbst, bereitete diverse weitere vor und leitete den Rest ein. Sein Lieblingsabnehmer im Sturm, Dominik Bacher, verließ nach 60 Minuten und drei Toren das Feld. Weniger aus Mitgefühl für Deisenhofen, mehr aus Kalkül. „Du brauchst dahinter Spieler, die nahtlos anknüpfen können und im Rhythmus bleiben“, erklärte der Trainer.

     Ja, auch in einem solch einseitigen Spiel gab es Lehrmaterial für die Zukunft. Vorn wie hinten. Bei aller Pracht der Angriffslinie sahen die Trainer noch genug Szenen, in denen Penzberg außen durchkam, aber keine Abnehmer fand. „Haben schon viel liegen lassen“, sagte Franz. Im Aufbau wie im Rückzugsverhalten gab’s diverse Aktionen, die ein Gegentor gerechtfertigt hätten. Am Ende aber gehörte der Nachmittag den Penzbergern und ihren Torschützen: Neben Bacher und Berwein trafen Jonas Kirschner, Samir Neziri, Fatih Kocyigit, Tino Reich und Sinan Grgic.