FC beweist Resilienz und siegt in Raisting

Spielbericht vom 21. August 2026
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Der SV Raisting verliert das Bezirksliga-Derby gegen den FC Penzberg mit 1:2. Trainer Peter Bootz spricht vom besten Spiel der Saison – jedoch vergibt der SVR auch zu viele Chancen.
Text und Bild: Mayr
Für alle, die es mit den wackeren Roten hielten, war der Ausgang nur schwer zu begreifen. Wie ungerecht kann der Fußball denn sein, dass es mit dieser Leistung nicht einmal zu einem Punkt reicht, fragten sich die Raistinger. Peter Bootz, der Trainer, hielt fest: „Unser bestes Spiel der Saison.“ Aber auch dafür gab es beim 1:2 gegen Penzberg keine Punkte. Der Gipfel der Ungerechtigkeit war für die Hausherren die entscheidende Weggabelung, die zur Niederlage führte: ein Elfmeterpfiff nach 54 Minuten, der für keinen am Platz klar und für viele der Zuschauer zweifelhaft war. Und der ein Spiel, das kräftig in Raistinger Richtung ausgeschlagen hatte, zugunsten der Gäste drehte.
Johannes Franz wollte sich kein Urteil erlauben. Zu unklar war die Szene, ein Zweikampf auf rechts, bei dem sein Stürmer Patrick Ochsendorf im Strafraum zu Fall kam. „Grenzwertig. Nicht im Sinn des Fußballs, das Spiel so zu entscheiden“, sagte Raistings Verteidiger Hermann Sigl, der direkt daneben stand. Nicht zu bestreiten war, dass Marius Suchanoff den Ball getroffen hatte bei seiner Grätsche.
Die Raistinger ärgerten sich jedenfalls doppelt. Über den Strafstoß, aber auch über ihre eigene Nachlässigkeit. Um die fünf wirklich glänzenden Abschlüsse setzten sie vorbei. Am akrobatischsten schaffte es Patriot Lajqi, wenige Stunden zuvor noch im Flieger, eine zauberhafte Hereingabe am Tor vorbeizubefördern. Das war nur Momente vor dem 0:1. „Dass wir die Dinger nicht reinmachen, da kann keiner was dafür. Wir belohnen uns halt nicht. Das ist das Traurige“, zog Bootz ein Fazit.
Der Trainerfuchs spielte ein Blatt aus, das zumindest beim FCP niemand erwartet hatte. Nicht einmal Hannes Franz, zu dessen Lieblingsbeschäftigungen das Auskundschaften der Gegner zählt. Über 90 Minuten gingen die Raistinger vorn drauf, teilweise sogar im direkten Duell Mann gegen Mann. „Wir waren sehr überrascht, fast schon überrumpelt“, räumte Franz ein. Gegen diese giftigen Flitzer fanden die Penzberger in der gesamten ersten Hälfte kein wirksames Gegenmittel. Immer wieder – vor allem auf der rechten Seite – gaben sie die Bälle direkt beim SVR wieder ab. „Egal, wo ich war, ich wollte immer selbstbewusst draufgehen. Da steht uns ganz gut“, sagte Bootz und lobte explizit die Umsetzung durch seine Mannen. Nur das Tor wollten sie bei den Gegenstößen nicht treffen. „Ich hätte gerne gesehen, wie die Penzberger auf einen Rückstand reagieren“, sagte der SVR-Trainer.
Das 1:0 als eine Befreiung
Penzberg tüftelte, um die Probleme zu lösen, streute mehr Positionswechsel ein. Doch der Schlachtplan griff erst, als mit dem Führungstor die größte Anspannung dahin war. Das 2:0 landet wahrscheinlich in einem Lehrvideo, wie aggressives Angriffspressing zu überspielen ist. Ein Chipball ins Mittelfeld landete bei Maximilian Berwein, der auf Außen ausgewichen war. Seine abgefälschte Hereingabe parierte Torwart Urban Schaidhauf noch „mit seinem brutalen Instinkt“, wie Franz lobte. Doch der Nachschuss von Tino Reich saß.
Er war Penzberges bester in jeder Hinsicht: emsig nach vorn, konsequent im Rückwärtsgang und der nötige Gegenpol für die galligen Raistinger. „Macht er extrem gut, dass er die Ellenbogen ausfährt“, sagte Franz. Und er sicherte den Sieg ab, der trotz Suchanoffs Kracher zum 1:2 in der Nachspielzeit nicht mehr in Gefahr geriet.


