FC siegt im Top-Top-Spitzenspiel
Spielbericht vom 5. Oktober 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Text und Bild: Mayr
Mehrere Penzberger Spieler traten krank an, Top-Scorer Berwein hielt 85 Minuten durch. Er wurde zum Mentalitätsspieler des Spiels gewählt.
Alle Angeschlagenen – Tino Reich, Sandro Porta, Fazlican Verep, Berwein – hielten sehr lange durch, einige gar über 90 Minuten. Das Duell, in dem es um so viel ging, wollten sie nicht verpassen. „Da gehört viel dazu, dass man da nicht einzieht und sich rausnimmt“, betont der Trainer. Es brauchte wirklich jeden einzelnen, um diese Gäste einzufangen, sie 2:1 zu schlagen. Bislang kannte sie Johannes Franz vor allem aus Videos. Live und in Farbe sah das nochmals beeindruckender aus. „Schon eine sehr unangenehme Mannschaft“, sagt er. Gemeint war das ausschließlich im positiven Sinn. Vor allem hatte er sie spielerisch längst nicht so stark eingeschätzt. In früheren Tagen hätte der FCP in solchen Fieslern und Beißern seinen Meister gefunden. Aber jetzt haben sie selbst solche Leute. Tino Reich, Maximilian Berwein, Murat Ersoy und vor allem Kapitän Marco Hiry – oft im direkten Clash mit Ex-Profi Dominik Widemann – rauschten mit Vorliebe in die Zweikämpfe, als gebe es dafür Extrapunkte, gewannen mit hoher Quote die 50:50-Bälle pro Penzberg.
Die meisten Partien des FCP waren zuletzt Start-Ziel-Siege. Bereits auf den ersten Metern des Rennens setzte man sich ab. Dieses Mal, trotz früher Führung von Fazlican Verep nach Ecke und dem Übergewicht in der Abteilung Kampf, kamen sie nicht weg vom Gegner. Vorne, bei den entscheidenden Bällen, bemerkte Hannes Franz die Kraftdefizite seiner Kranken. War ja klar: Sie leerten ihre Speicher weiter hinten. „Nicht so sauber wie sonst“, moniert er trotz einer Vielzahl an Vorstößen. Erst mit dem 2:0 von Dominik Bacher nach 65 Minuten gelang ein entscheidender Stoß. Wenigstens einmal verwertete der FCP einen Ballgewinn. In dieser Szene per Flanke, bei der Außenverteidiger Alexander Greif keine Chance hatte, den heranrauschenden Güterzug aus Benediktbeuern und sein 20. Saisontor aufzuhalten.
TSV Moorenweis reiste mit 200 Fans nach Penzberg
Der Rest dieses Spiels war ein Getrete, Geschimpfe und Geschreie. Keine Überraschung bei diesem explosiven Mix. Die Gäste aus dem fußballnarrischen Dorf hatten an die 200 Leute dabei, die sich am Platz auch Gehör verschafften. „Wir wussten, das wird ein Auswärtsspiel“, sagt Hannes Franz. Zudem ließ Schiri-Routinier Fridolin Angerer erst wohltuend viel laufen, was ihm aber später, als die Fouls rüder und die Gangart härter wurde, auf die Füße fiel – und er seine Linie komplett umschmeißen musste. Zugegeben: Es war ein Spiel kniffligster Sorte, das er zu pfeifen hatte. Alleine die zwei heiklen Elfmeter-Szenen in Hälfte eins.
Einmal ein Handspiel von Berwein, einmal eine Grätsche gegen Samir Neziri im Gegenstoß. Er ließ zweimal laufen. Am Ende zog er einmal Gelb-Rot gegen Ersatzkeeper Simon Voß, managte die weiteren Rudelbildungen auf dem Feld aber mit Ruhe und Bedacht. Genau wie es sich gehört für solch ein Spitzenspiel. Das Gegentor zum 1:2 weit in der Nachspielzeit nach Freistoßflanke landete in Hannes Franz’ Notizblock. Die Schwäche bei Standards war die einzige Blöße, die festzustellen war. Aber auch dafür sind Spitzenspiele ja da: um abzuklopfen, woran es noch fehlt. In allen anderen Bereichen jedenfalls präsentierte sich Penzberg reif für die nächste Liga.


