Stimmungsaufheller: FC kann wieder Siegen

FC Penzberg darf endlich mal wieder jubeln: Wagner überwältigt von Stimmung in der Kabine

Heimsieg gegen SC Unterpfaffenhofen

Die Negativserie war lang: Sechs Niederlagen in Folge hatte der FC Penzberg zuletzt in der Bezirksliga kassiert. Gegen den SC Unterpfaffenhofen gelang nun ein Befreiungsschlag.

Penzberg – In der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA sagt man bei Meisterschaften gerne: Was man spürt nach großen Siegen, dieses irre Glücksgefühl im Inneren, ist in Wirklichkeit die Erleichterung, es geschafft zu haben. Martin Wagner, Fußballtrainer in Penzberg, kann’s bestätigen. „Man hat gemerkt, dass da einige Felsen gepurzelt sind.“ Schwer zu sagen, welcher Teil denn nun die größten Brocken beiseite schaffte, das Trainerteam, die Zuschauer oder die Spieler? In der Kabine jedenfalls vernahm der Coach nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg über den SC Unterpfaffenhofen eine „ganz andere Stimmung als sonst“. Gelöst waren sie, die Penzberger, nach zuvor sechs Niederlagen in Folge.

Wenig an diesem Erfolg war schön. Gerade die zweite Hälfte sei nichts für die Zuschauer gewesen, sagte Wagner. „Kein Zuckerschlecken“ nannte es der Habacher. Aber was war das allen egal, als Fazlican Verep einen Eckball von Josef Siegert junior in Minute 74 ins Tor köpfte. „Es hat fast ein Standardtor sein müssen“, scherzte der Coach, nichts anderes hätte sich ins Bild eingefügt, das zwei Teams im Kampf gegen den Abstieg zeichneten.

Fußballerisch ging in dieser Phase nichts mehr zusammen. „Stückwerk“ sagte Martin Wagner dazu. Allerdings rechnete er seiner Mannschaft an, dass sie „immer weiter gemacht hat“. Niederlagen, noch dazu in einer solchen Fülle, fühlen sich wie eine Bleiweste an, bei der mit jeder weiteren ein neues Gewicht draufgepackt wird. Nur um einmal verständlich zu machen, wie so ein Negativlauf die Leichtigkeit bei deiner Mannschaft absaugen kann.

Wobei der FC Penzberg anfangs die Vorzüge des Kunstrasenplatzes zu nutzen wusste. Eine ordentliche Anfangsphase krönte Denny Krämer mit einem Treffer (13.), der mit Abstiegskampf nun wirklich nichts gemein hatte und viel eher an den schönen Fußball erinnerte, den Penzberg gerne zeigen würde. Der Ball wanderte von hinten nach vorn, dann von links nach rechts und zurück, bis er Krämer vor dem Tor erreichte. Doch Martin Wagner hatte seine Mannen vorbereitet auf das, was folgte. „Wir haben gesagt, dass es Rückschläge geben wird.“ Erst köpfte Tim Schneckenburger eine Flanke frei im Strafraum neben das Tor (18.), danach griff ihn auf dem Weg zum Tor niemand an, sein Linksschuss schlug im langen Eck ein (34.).

In beiden Szenen stand der 19-jährige Schneckenburger, offensichtlich der gefährlichste wie talentierteste beim Gegner, ungedeckt. Zu erklären war’s mit der Viererkette, die Wagner wieder einmal umbauen musste. Nach dem Platzverweis von Marco Wirtl in Aubing rückte Josef Siegert ins Abwehrzentrum neben Maximilian Gerg. Mehrere Male passte die Abstimmung nicht oder der Defensivverbund stand zu weit weg vor dem eigenen Tor. Fehler, die so ein Zweckverbund eben macht. Niemand hat ja vor der Saison ahnen und planen könne, dass ein Kreativer wie Josef Siegert einmal Tore verhindern soll.

Dieser weitere Nackenschlag lähmte Penzberg. Der Coach sah aber nicht das 1:1 als Knackpunkt in Hälfte eins. Sondern, „dass wir das zweite Tor nicht nachlegen“. Wenige Momente vor dem Ausgleich hatte Patriot Lajqi aus etwa zehn Metern den Ball am Ziel vorbeigeschossen, wie schon einige Minuten zuvor. „Da muss mehr rauskommen, zumindest muss er die Kiste treffen“, sagte Wagner. „Dann geht’s leichter in der jetzigen

Situation.“ So blieb’s ein Kampf bis zum Abpfiff, in dem Efe Kurtar herausstach. Nach langer Zeit lief der 18-Jährige wieder von Beginn an auf, noch dazu in der verantwortungsvollen Rolle im zentralen Mittelfeld. Sein Coach lobte: „Wirklich super gemacht.“

Statistik: Tore: 1:0 (13.) Krämer, 1:1 (34.) Schneckenberger, 2:1 (74.) Verep. Gelbe Karten: Penzberg 1, Unterpfaffenhofen 2. Schiedsrichter: Daniel Gutmann. Zuschauer: 100.

By |2021-10-26T14:55:14+02:00Oktober 26th, 2021|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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