Spielbericht der AH – 1.FC Penzberg : SG Wildenroth/Inning

„Das Wunder von Penzberg“

1.FC Penzberg – SG Wildenroth/Inning  4:0 (2:0)

 

Wenn später die jetzt noch Jungen am Lagerfeuer sitzen, dann werden sie sich sicher auch die Geschichte erzählen, die ihnen ihr Vater oder Opa mit leuchtenden Augen erzählt hat. Die von der Spielzeit 2017/18, als die AH des FC Penzberg abgeschlagen dem Abstieg aus der höchsten Senioren-Spielklasse entgegentaumelten, bevor der Trainer und nebenberufliche Magier Zoran seinen Auserwählten irgendeinen Zaubertrank eingeflößt haben musste und 3 Kantersiege in Serie folgten, die den Klassenerhalt sogar vorzeitig sicherten. Als hätte sich ein Kitschautor in Hollywood eine Cinderella-Story ausgedacht, mutete an, dass der entscheidende Sieg just mit der schon lange vorher geplanten Party der FC Oldies für alle Fans und Ehemaligen und teilweise noch Älteren zusammenfiel. So waren etwa 100 Zuschauer Zeuge, dass die beiden 5:1 und 5:2 Siege zuvor, mit dem spektakulären 4:0 gegen Wildenroth ihren Höhepunkt und Abschluss fanden.

Obwohl einige Stammspieler verletzt ausfielen, so auch kurzfristig wieder einmal der eigentlich noch flaumbärtige Lichtus – kurzer Exkurs: Dem Autor wurde zugetragen, dass Lichtus Senior noch mit 54 Jahren in der AH kickte, während den Sohn schon jetzt permanent Malaisen plagen. Es scheint so als sei der Lebenswandel der beiden diametral verschieden und so sollte der Senior dem Jungspund vielleicht mal bei einem Ingwer-Jade-Quinoa-Tee die Vorteile einer gesunden Ernährung näherbringen – konnte Zoran eine Top-Mannschaft aufs Feld schicken. Von der ersten Sekunde an zeigte sich die Mannschaft hochkonzentriert und ließ keinen Zweifel an der Mission, die sie heute zu erfüllen hatte. Thorsten und 2. Mannschaftsleihgabe Roberto sprinteten (keine Ironie!) und wieselten ihre Gegenspieler schwindelig und sorgten schon nach 9 Minuten für eine 2:0 Führung. Solo Roberto, Querpass auf  Thorsten – 1:0; Solo Thorsten, Flanke, Kopfball Roberto – 2:0. Trainerlegende Harry Schneeweiß scheint als Coach der 2. Mannschaft selbst nicht mehr ganz so junge Spieler  immer noch weiterzuentwickeln, bis sie den höchsten Ansprüchen der AH genügen. Danach wogte die Partie hin und her und war eine intensive, zweikampfgeführte Schlacht, bei der sich Wildenroth bis zur Pause aber eigentlich keine klaren Torchancen erspielen konnte. Stark in der defensiven Zentrale Apo, der nach seiner Verletzung immer besser wird und mit seiner Ruhe und Zweikampfgeschick, stabilisierte.

Nach der Pause kam Wildenroth zwar mit dem Willen zurück das Spiel noch zu drehen und hatte eine erste klare Torchance, aber schon schnell übernahmen wieder die FC-Virtuosen das Spiel. Überraschend aufgedreht zeigte sich auf dem linken Flügel Foti. Nachdem er in dieser Saison (Kritiker meinen: in seiner Laufbahn) eher weniger für die Eignung zum Marathonläufer in Betracht kam, schien es, als würde ihn die große Kulisse besonders aktivieren. Gerade in der zweiten Halbzeit, direkt vor den freuden- oder sonst wie trunkenen Fans, drehte er eine Pirouette nach der anderen und legte Timur zum 3:0 (gefühlt sein erstes, möglicherweise aber schon sein zweites Saisontor …) und Roberto zum 4:0 auf. Weitere Großchancen im Minutentakt wurden herausgespielt, aber auch der 4:0 Endstand sorgte für emotionale Freudenausbrüche nach dem Schlusspfiff.

Nachdem in der Kabine die 4m hohe Partybox, die anscheinend mit Musik aus dem Internet funktionieren soll (?!), nicht wirklich funktionierte, konnte man sich in Ruhe an den kleinen Begebenheiten erfreuen. Plänk, der hoch emotionalisiert, immer nur „Geiler Haufen“ stammelte; Zoran, dem das ein oder andere Tröpfchen Wasser in den Augen stand; oder Hansi, der wie früher als Schüler, brav alle Pfand-Plastikflaschen in eine große Tasche einsammelte und sicher am nächsten Tag, gleich nach Öffnung, bei einem der örtlichen Supermärkte eintauschte. Eine tolle Party mit den ca. 100 geladenen Gästen folgte. Dabei ergab sich für den Autor eine wundersame Geschichte. Auf die halbernst gemeinte Frage an Thilo, ob er wirklich schon vor dem Krieg in Grünwald mit der AH gewonnen hat, zischte der alte Veteran nur „Grünwald gibt es nicht mehr“. Und wie recht er hat. Die ehemals (wohl auch durch Geldzahlungen) dominierende Senioren A- Mannschaft aus dem Münchner Reichenviertel hat sich vor 2 Jahren aufgelöst – die FC-Helden dagegen sind nicht totzukriegen! Einige späte glückliche WhatsApp-Nachrichten rundeten einen göttlichen Abend ab, der in die FC-Annalen seinen Platz finden wird.

(Bericht: Michael Feder)

 

By | 2017-10-08T19:43:17+00:00 Oktober 8th, 2017|AH, Senioren|0 Comments

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