Spekatakel in der Halle: FC erwartet den Deutschen Meister

Das nächste Spektakel: FC Penzberg erwartet den deutschen Meister

Futsal-Bundesliga

Der 1. FC Penzberg bereitet sich auf das Spiel gegen den amtierenden Meister vor. Der TSV Weilimdorf gastiert beim Aufsteiger.

Penzberg – Der Klassenerhalt ist für den FC Penzberg ein gutes Stück näher gerückt – und dafür musste der Exot der Futsal-Bundesliga nicht einmal selbst etwas tun. Die Nachricht vom Insolvenzantrag von 1894 Berlin füllte die Länderspielpause in Liga eins aus. Bereits Ende September hatte der Verband sämtliche Duelle abgesetzt. Mittlerweile hat man die Tabelle bereinigt und die Berliner Mannschaft als direkten Absteiger eingetragen.

Der Rest des Neuner-Feldes kreist nun um Platz neun, den es zu vermeiden gilt, weil er direkt in die Abstiegsrunde mit den Meistern der Regionalligen führt.

In diesem Licht scheint der erfolgreiche Auftakt des FCP noch heller. Vier Zähler gegen den Abstieg haben die Penzberger Futsaler an den ersten beiden Spieltagen gesammelt. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass die Gegner aus Hamburg und Mainz auch der Kategorie der Schwächeren angehören. Aber Punkte sind Punkte. „Wir gehen zuversichtlich ran, die Euphorie nehmen wir mit“, sagt Maximilian Kalus, Teamsprecher des FCP.

Die Penzberger wissen natürlich, dass an diesem Sonntag (15 Uhr) kaum etwas zu holen sein wird. Trotzdem sprechen einige vom Spiel des Jahres, was mit dem Gegner zu tun hat. Der SV Weilimdorf – amtierender Deutscher Meister aus dem Nordwesten Stuttgarts – ist für die Liga so etwas wie die Mona Lisa im Louvre: das Ausstellungsstück, das man herzeigt und präsentiert. Penzbergs Betreuer Peter Kirner, der Körky, hat in Erfahrung gebracht, dass die Stuttgarter acht Einheiten in einer Woche ansetzen. Im Kader stehen reihenweise Profis vom Balkan, Männer mit Füßen wie Magnete. Kein Team im Land zeigt derzeit schöneren Futsal. Maximilian Kalus hat selbst diverse Duelle des SV Weilimdorf angesehen, zuletzt in der Champions League. „Die sind richtig gut“, sagt der Stürmer.

Vor drei Jahren haben sich die Penzberger in der Regionalliga einmal ein episches Duell mit ihnen geliefert, Endergebnis 5:7 nach zwischenzeitlicher 4:2-Führung. Kalus vergleicht den Meister mit dem FC Bayern beim Fußball. Auch bei Rückstand „sind am Schluss meistens die Bayern Sieger“. Entsprechend haben die Penzberger ihr Motto für das Heimspiel am Sonntag in der Wellenbadhalle ausgegeben: „Wir könnten nicht verlieren.“ So sieht das zumindest Kalus.

Über die Jahre haben er und Marco Hiry einen guten Kontakt zu Nationaltorwart Philipp Pless aufgebaut, der bei Weilimdorf spielt. Ihn trafen sie zuletzt in Mainz und bekamen rosige Worte serviert. Press erzählte, wie unangenehm es für sein Team sei, gegen Penzberg anzutreten. Lediglich ein paar taktische Grundlagen fehlten dem FCP noch für einen weiteren Schritt. „Wenn man das so hört, motiviert das schon nochmals“, sagt Teamsprecher Kalus. Ob das nun anerkennende Nettigkeit oder Kalkül von Pless war, wird sich zeigen.

Auf jeden Fall verlosen die Penzberger unter allen Zuschauern ein Trikot des DFB-Keepers. Beim stimmungsvollen Auftakt Anfang September gegen die Wakka eagles Hamburg, das die Penzberger mit 6:4 gewannen, waren an die 150 Zuschauer in die Wellenbadhalle gekommen. Kalus und Kollegen erhoffen sich nun, da der Herbst einzieht, noch ein paar mehr. „Je näher der Winter rückt, umso mehr Leute kommen“, sagt der FCP-Sprecher, der angeschlagen ist – als einziger. In dieser Woche hat er erstmals wieder mit den Fußballern trainiert. Ob’s reicht für die Bundesliga, wird sich kurzfristig entscheiden.

Auf jeden Fall neu mit dabei wird Trainer Andreas Brunner sein. Der hat kürzlich seine erste Trainingseinheit geleitet, Stunden vor dem TV-Schirm verbracht und fleißig Gegner studiert. „Das ist sein Vorteil, er kann das Spiel besser lesen“, lobt Kalus. Vielleicht, so die vage Hoffnung, können sie den Meister ein wenig kitzeln – auch wenn Kalus von locker 80 Prozent Ballbesitz für Weilimdorf ausgeht. „Da muss schon viel richtig laufen, damit du eine Chance hast.“

By |2021-10-07T21:20:57+02:00Oktober 7th, 2021|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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