„Positiv überrascht“ – Martin Wagners erste Zeit beim FC

„Positiv überrascht“ – Martin Wagner ist beim 1. FC Penzberg angekommen

Es läuft gut beim Bezirksligisten

Diese Nachricht dürfte nicht wenige überrascht haben, als Martin Wagner, fünf Jahre lang Trainer beim Fußball-Kreisligisten ASV Habach, beim FC Penzberg anheuerte.

Manche haben ihn gewarnt. Vor dem FC Penzberg und seiner Führung. „Weil es ein Haifischbecken ist“, sagt Martin Wagner. So erzählten sie es daheim in Habach und auf den Plätzen der Umgebung. Nach etwas mehr als sechs Wochen beim FCP ist Wagner noch keinem Hai begegnet. Angetroffen hat er stattdessen viele Schwarmfische. „Ich bin positiv überrascht“, betont der 34-Jährige. Keines der Schauermärchen hat sich bestätigt. Der Vorstand mache einen guten Job, gerade die Zusammenarbeit mit Sepp Siegert, dem Sportlichen Leiter, sieht er als symbiotisches Verhältnis. Der Sepp habe „totales Fachwissen“, sagt Wagner. Als Teil dieses Duos kümmert sich Wagner um eine Mannschaft, in der je nach Aufstellung zwischen sieben und neun Penzberger (oder Spieler aus der unmittelbaren Nachbarschaft) stehen. In der Bezirksliga gebe es so eine Ansammlung an Einheimischen nirgends, was Wagner zu einem ersten Fazit veranlasst: „Ich bin stolz, Trainer bei dem Verein zu sein.“

Er hat wirklich lange überlegt, ob er sich auf den FCP einlassen soll, für den die Fußball-Narrischen doch einige Spitznamen erschaffen haben: FC Hollywood, Red Bull Penzberg – man war kreativ. Wagner sah den Verein als „die Mannschaft im Landkreis“ – als Vorzeigeklub der Region. Junge Trainer erhalten nicht oft ein vergleichbares Angebot. Die Penzberger wussten, welche Köder sie auswerfen mussten. Sie präsentierten Wagner ihren Pool an jungen Spielern, auf dem der Plan für die nächsten Jahre fußt. Mit solch einer Masse an Talenten arbeitet Wagner bevorzugt. Formen, fördern und bauen – das war schon zu Habacher Zeiten seine Lieblingsbeschäftigung. Innerhalb von fünf Jahren hat der 34-Jährige dort aus einem Normalo-Kreisligisten einen Bezirksliga-Anwärter geschaffen. „Das Konzept der Penzberger ist der Weg. und ich glaube, dass es der richtige ist“, sagt Wagner. Mit dem Angebot des FCP als Beweismaterial zog er vors Familiengericht. Letzte Instanz bei dieser Entscheidung sollte seine Frau sein. Ihr Urteilsspruch: Mach es! „Es ist wichtig, dass die Familie dahinter steht“, betont der Coach. Seine Kinder tollen nun eben an zahlreichen Samstagen über das Penzberger Sportgelände im Nonnenwald.

„Hut ab, dass du dich das traust“

Bevor die Nachricht den Landkreis erreichte, verkündete Wagner seine Entscheidung in Habach beim ASV. Der Ex-Coach sprach beim Mannschaftsrat vor. Das gebot die Fairness und die Verbundenheit. „Die Jungs haben das sportlich genommen“, sagt Wagner. Auch im Dorf hat ihn niemand für seinen Wechsel zum Lokalrivalen verurteilt. Vielmehr respektierten sie seinen Mut und sagten: „Hut ab, dass du dich das traust.“ Am Habacher Sportplatz darf er sich immer noch blicken lassen, und er wird auch weiterhin so viele Spiele wie möglich verfolgen. Ein bisschen heißer wäre die Angelegenheit, wenn beide Teams gemeinsam in einer Klasse antreten würden. Was im nächsten Jahr, einen Habacher Aufstieg vorausgesetzt, passieren kann. Wagner will das Duell verhindern – und einfach selbst mit dem FC Penzberg aufsteigen.

Nach fünf Jahren ASV bleibt der verpasste Sprung in die Bezirksliga die lästige Fußnote, die Wagners Ära ewig anhaftet. „Das steckt noch in mir drin“, räumt der ehemalige Landesliga-Fußballer ein. Mit Penzberg möchte er seinen Trainer-Traum realisieren. „Früher oder später ist das mein Ziel mit der Mannschaft.“ Es muss nicht gleich in dieser Saison klappen. Zwei, drei Jahre gibt sich Wagner Zeit. „Länger ist es eh nichts für einen Trainer.“ Bloß ist so lange zuletzt kein Trainer beim FCP geblieben, was die Kritiker gern anführen. Wie es um Mannschaft und Verein bestellt ist, werde sich in den schlechteren, weniger erfolgreichen Zeiten zeigen, betont Wagner. „Ich habe nicht den Eindruck, dass da einer die Nerven verliert.“

 

By |2019-11-07T15:03:35+02:00November 7th, 2019|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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