Max Berwein kehrt zum FC Penzberg zurück

„So eine supercoole Nachricht“: FC Penzberg freut sich über Rückkehrer

BEZIRKSLIGA: Maximilian Berwein wieder beim FC Penzberg

Vier Jahre nach seinem Abschied kehrt Maximilian Berwein zum FC Penzberg zurück. Trainer Martin Wagner freut‘s, zugleich warnt er für überzogenen Erwartungen an den Spieler, der einen besonderen Weg hinter sich hat.

Penzberg – Wie kurz sich vier Jahre doch anfühlen können. Vier Jahre nach seinem Abschied kehrt Maximilian Berwein zum FC Penzberg zurück – und die wesentlichen Dinge sind gleich geblieben. 80 Prozent der Telefonnummern in der Spielergruppe hat er noch eingespeichert, vor dem ersten Training trank er bei Marco Hiry einen Kaffee, im FC-Stüberl drückte ihm Trainer Martin Wagner (der ist tatsächlich für ihn neu) seine alte Nummer, die „7“, in die Hand. Na, was hat sich denn verändert in Penzberg, Herr Berwein? „Gar nichts“, antwortet der 25-Jährige bei seiner Rückkehr zum neuen alten Verein.

Das kann man natürlich mit Blick auf seine Karriere nicht sagen. Die Stationen Oberau, Garmisch-Partenkirchen und Garching trugen ihn den Berg hinauf, an dessen Gipfel ihn der Profibereich erwartete. Doch Maximilian Berwein kam nie oben an, weil die Pandemie einen ganzen Markt schockfrostete. „Es war nicht absehbar, wie lange sich Corona zieht und wie sehr es Dritte Liga und die Regionalliga beeinflusst“, sagt der Eschenloher. Seine Beratungsagentur organisierte ihm Probetrainings in Österreich und der Slowakei, er stand mit diversen Klubs in Deutschland in Kontakt. Essen, Schweinfurt, Bayreuth zählt er auf. Doch kein Angebot sagte ihm zu, weil niemand das Risiko eingehen wollte, einen 25-jährigen Spätstarter langfristig zu binden. Sie boten nur Ein-Jahres-Verträge. „Mit 25 sollte man weit blicken, wenn man Familie und ein Haus bauen mag. Man sollte nicht nur von Jahr zu Jahr schauen.“

Probetrainings in Österreich und der Slowakei

Mit jedem Mal Vorspielen, mit jedem abgelehnten Kontrakt verfestigte sich über Monate nur ein Gefühl: „Du stagnierst im Leben.“ Der Traum vom Profifußballer trägt einen weit, manchmal jedoch auch auf einem Weg, der in einer Sackgasse endet. „Irgendwann ist der Punkt da, an dem du sagst: So kann es nicht mehr weitergehen.“ Vor einem dreiviertel Jahr zog Maximilian Berwein „einen klaren Cut“, wie er sagt, hörte auf mit Fußball, konzentrierte sich auf die Familie, die Freundin und den Beruf, nächstes Jahr lässt er sich zum Metallbaumeister weiterbilden.

Er hat den Fußball nicht vermisst. So ehrlich ist der Top-Stürmer. Und das, obwohl sie früh um ihn geworben haben, die Penzberger, wie auch die Garmisch-Partenkirchener und andere Klubs der Gegend. Aber erst, als in seinem familiären Umfeld die Frage öfters aufkam, wieso er denn eigentlich nicht wieder ein bisschen Fußball spiele, beschäftigte er sich ernsthaft mit dem Thema. Erst wenige Wochen ist das her. Nach dem ersten Training am vergangenen Dienstag merkte er aber schon: Das Feuer brennt wieder. Seinen Wechsel zum FC Penzberg nennt er „die logischste und vernünftigste Möglichkeit für mich, wieder Fußball zu spielen“. Berwein plant einen Umzug in den Münchner Süden. Die Autobahnachse Eschenlohe (dort arbeitet er im Familienbetrieb) – Penzberg – München hält er für bestens geeignet, um Beruf, Freundin und Freizeit zu vereinen, „ohne dass da was zu kurz kommt“. In Garmisch-Partenkirchen wäre das weniger einfach zu bewerkstelligen gewesen.

Der Kontakt zum FC Penzberg ist nie abgerissen

Der Kontakt zum FCP riss ohnehin nie ab, egal, wie viele Trainer zwischenzeitlich den Bezirksligisten trainiert haben. Am vergangenen Sonntag, am Tag nach dem Sieg über Unterpfaffenhofen, erfuhr schließlich Trainer Martin Wagner von Berweins Zusage. „So eine supercoole Nachricht nach der Sieglosserie“, schwärmt der Habacher. Sein erster Gedanke: „Das wird einschlagen wie eine Bombe. Mich hat’s riesig gefreut.“ Flüchtig kennen sich die beiden von der Bayerischen Hallenmeisterschaft 2020, die Berwein für den FCP bestritt. Da habe er ihn als „Super-Typen“ kennen gelernt, den „wir brauchen können“, – kurze Denkpause – „den jede Mannschaft brauchen kann“.

Dennoch warnt Wagner vor überzogenen Erwartungen. Nach einem dreiviertel Jahr ohne Ball am Fuß müsse man den Ball flach halten. Die Spielpraxis geht im ab, genauso die Leichtfüßigkeit, die Tempowechsel, und die ersten Pässe landeten auch oft neben dem Ziel, verriet Berwein nach seiner ersten Einheit. Doch schon zur zweiten Hälfte des Trainings war die Maschine wieder angeworfen. Wagner sah, welche Strahlkraft er gerade auf die Jungen ausübte. „Für sie ist das eine Riesen-Sache. Wer hat schon die Möglichkeit, mit so einem in der Mannschaft zu spielen?“ Von Maximilian Berwein profitiere der Verein in doppelter Hinsicht.

Eine zusätzliche Woche bleibt nun, um sich auf Spiel eins, das Derby gegen Raisting, vorzubereiten. Penzberg ist spielfrei an diesem Wochenende. Hundert Prozent wird er erst nach der kompletten Wintervorbereitung erreichen. Zumal Maximilian Berwein auch in der Futsal-Bundesliga mitkicken soll. Wie lange er in Penzberg bleibt, möchte er selbst gar nicht prognostizieren. „Bei mir ist alles so chaotisch von Jahr zu Jahr gelaufen“, sagt der 25-Jährige. Die Tendenz sei da, über den Sommer hinaus beim FCP zu spielen. „Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Da kannst du nur auf die Schnauze fallen.“

By |2021-10-31T17:39:52+02:00Oktober 31st, 2021|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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