Interview Tom Dötsch: Die Fans in Penzberg sind verrückt und cool

Futsal-Euphorie in Penzberg

 Futsal: FCP-Coach Thomas Dötsch schwärmt für den neuen Hallenkick

Landkreis – Futsal ist die seit Jahren vom Verband in der Halle vorgeschriebene Spielform. Richtig durchgesetzt hat sich die vor allem in Südamerika verbreitete Fußballvariante in der Region aber nicht, was die rückläufige Zahl von Meldungen bei den BFV-Hallenturnieren unterstreicht. Der FC Penzberg ist dagegen ein Verfechter von Futsal, wie Coach Thomas Dötsch im Interview betont.

Herr Dötsch, was ist ihrer Meinung nach das Problem beim Hallenfußball ?
Dötsch: Der BFV hat es ein wenig versäumt den früheren Hallenfußball attraktiv zu halten. Er hat immer wieder an den Regeln gedreht. Der Torwart durfte mal bis zur Mittellinie, dann musste er im Strafraum bleiben und es war kein fliegender Torwart mehr erlaubt. Der Ball war früher auch ein Problem, der war eine Katastrophe und führte dazu, dass nur noch gebolzt wurde. Hinzu kam, dass zu viel gegrätscht oder versucht wurde den anderen an die Bande zu drücken.

Auf Futsal umzusteigen, war aus ihrer Sicht der richtige Weg ?
Dötsch: Ich denke schon. Mit Futsal hat der Hallenfußball eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Wer Futsal mal anschaut, der sieht, dass er sehr schnell ist. Man hat kaum Zeit für seine Aktionen und man muss schnell denken und handeln. Natürlich gibt es auch ein paar spezielle Regel, wie das man den Keeper nur einmal anspielen darf. Das ist aber gar nicht so schlecht, denn somit sieht man immer wieder eine eins-zu-eins Situation oder eine Lösung mit seinem Mitspieler eine Überzahl zu schaffen. Durch die Anzahl der begrenzten Fouls, wird auch nicht mehr gegrätscht und das gefährliche Bandenspiel ist auch weg. Meiner Meinung sollte diese Regel sogar noch verschärft werden, so dass es bei den Turnieren schon ab dem dritten Foul einen 10-Meter gibt. Man braucht dazu aber auch Schiedsrichter, die schon einmal Futsal gepfiffen haben, sonst artet das im Turnier in einem Desaster aus.

Warum sind viele Vereine dennoch nicht von Futsal begeistert ?
Dötsch: Futsal ist technisch und körperlich hoch anspruchsvoll, deshalb hat der eine oder andere Schwierigkeiten. Es macht aber enorm viel Spaß zu spielen oder zum Zuschauen. Das Problem bei den Vereinen ist oft, das viele nur wenig Hallenspieler haben oder einfach über keine Hallenzeiten verfügen. Damit verlieren sie auch die restlichen Leute, die gerne in der Halle gespielt hätten.

Warum wurde in Penzberg eine eigene Futsalmannschaft gegründet?
Dötsch: Weil es die optimale Plattform für Spieler ist, die gerne in der Halle spielen, aber das nicht können, weil der Verein XY kein Interesse an der Hallensaison hat. Hier denkt der Verein nur an sich, denn es könnte sich ja jemand verletzen. Jeder Spieler, der gerne kickt, will das auch im Winter. Leider verbieten es einige Vereine und da muss man sich schon an den Kopf langen. Soll ich die Spieler lieber zum Skifahren schicken, da passiert bestimmt nicht weniger als beim Fußball

Warum ist Futsal in Penzberg so beliebt ?
Dötsch: Weil dort mit der bayerischen Vizemeisterschaft von 2016 eine Euphoriewelle entstanden ist. Die Fans in Penzberg sind verrückt, die fahren zu jedem Turnier mit und unterstützen die Jungs wo es geht. Das ist einfach cool. Ich kann mich noch erinnern, als wir mit Deisenhofen 2015 Bayerischer Meister geworden sind. Da sind damals genau acht Zuschauer mitgefahren, die ich heute noch namentlich aufzählen kann. In Penzberg wächst was zusammen, egal ob draußen oder drinnen.

  1. Halmel 2.12.18
By |2018-12-12T14:10:18+02:00Dezember 12th, 2018|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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