Im 100 Bestehensjahr: Der 1. FC Penzberg ist Bayerischer Futsalmeister!

43 Sekunden vor Schluss: Berwein lässt Penzberg jubeln

Bayerische Hallenmeisterschaft: Regionalliga-Gastspieler schießt oberbayerischen Bezirksligisten zum 1:0-Finalsieg gegen Eintracht Landshut
Der ist 1. FC Penzberg ist neuer Bayerischer Hallemmeister. Die technisch versierten Oberbayern setzten sich vor 920 Zuschauern in der Dingolfinger Höll-Ost Sporthalle gegen den famos aufspielenden Kreisligisten FC Eintracht Landshut mit 1.0 durch. Den goldenen Treffer erzielte ausgerechnet Gastspieler Maximilian Berwein, der im Freien das Trikot des Regionalligisten VfR Garching trägt. Der Sieger darf den Freistaat bei der Süddeutschen Futsal-Meisterschaft vertreten und sich zudem über eine stattliche Siegprämie von 1.500 Euro freuen. Zum besten Torhüter des Turniers wurde Firat Güzel vom Finalisten FC Eintracht Landshut gekürt. Als beste Torschützen wurden mit jeweils drei Treffern Maximilian Berwein und Josef Siegert vom Champion 1. FC Penzberg ausgezeichnet. Die Titelkämpfe erreichten ein gutes Niveau und auch die Stimmung auf den Rängen war hervorragend. Nur die Schiedsrichter tanzten etwas aus der Reihe, denn viele Entscheidungen waren umstritten und es war keine einheitliche Linie erkennbar.


Die Vorrunde 

In der Gruppe A spielten Bayernliga-Anwärter SpVgg SV Weiden und Lokalmatador FC Dingolfing eine feine Klinge und qualifizierten sich folgerichtig für das Halbfinale. Die Oberpfälzer blieben ungeschlagen und mussten sich nur in ihrer zweiten Partie gegen die Hausherren mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Die BMW-Städter vergaben zum Auftakt gegen die SG Mitterteich II / Steinmühle jede Menge Möglichkeiten und kamen nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Nach einer disziplinierten Vorstellung erreichte die Baumgartl-Formation auch gegen Weiden ein Unentschieden, so dass sich der Bezirksligist mit einem 2:0-Sieg im abschließenden Gruppenspiel gegen den SV Rapid Erlbach den zweiten Rang sicherte. Solide Vorstellungen lieferte die SG Mitterteich II / Steinmühle ab, die allerdings ohne dreifachen Punktgewinn blieb. Der Oberfranken-Champion hatte vor der letzten Begegnung sogar noch eine Halbfinale-Chance, hätte dafür zum Abschluss gegen Weiden gewinnen müssen. Die Spielgemeinschaft musste sich aber dem Favoriten knapp mit 0:1 geschlagen geben. Wenig Auftrag hatte der SV Rapid Ebelsbach, der gegen die SpVgg SV Weiden (0:3) und gegen den FC Dingolfing (0:2) nichts zu bestellen hatte. Einzig gegen die SG Mitterteich II / Steinmühle konnten die Unterfranken einen Teilerfolg verbuchen. 

In der Gruppe B sahen die Zuschauer packende Partien.Für eine faustdicke Überraschung sorgte Underdog FC Eintracht Landshut .Der niederbayerische Kreisligist blieb in der Vorrunde ungeschlagen und begeisterte mit unbändigem Kampfgeist. Die Attieh-Jungs fighteten wie die Löwen und hatten auch das notwendige Glück auf ihrer Seite. In ihrem Auftaktmatch gegen Türkgücü Nürnberg gelang den Dreihelmstädtern nämlich erst eine Sekunde(!) vor der Schlusssirene das 1:0-Siegtor. Der 1. FC Penzberg spielte den mit Abstand besten Futsal und wurde folgerichtig souverän Staffelsieger. Mitfavorit Türkspor Nürnberg geriet durch die unnötige Schlappe gegen Eintracht Landshut bereits früh unter Zugzwang. Die Hallen-Spezialisten hielten zwar dann den FC Gundelfingen mit 3:1 nieder, hatten dann aber gegen Penzberg nicht zu bestellen und kassierten eine deutliche 0:3-Pleite. Der hoch gehandelte FC Gundelfingen wurde etwas unter Wert geschlagen. Der Landesliga-Primus verspielte gegen Penzberg eine 1:0-Führung und zog gegen die Oberbayern am Ende mit 1:2 den Kürzeren. Auch gegen Türkspor Nürnberg glückte der Weng-Truppe der erste Treffer, die Partie ging aber dennoch mit 1:3 verloren. Erst im abschließenden Match reichte es für die Schwaben gegen Eintracht Landshut zu einem Punktgewinn. 

Die K.o.-Phase

Im ersten Halbfinale konnte die SpVgg SV Weiden gegen den FC Eintracht Landshut nicht an die in der Vorrunde gezeigten Leistungen anknüpfen. Graf, Busch & Co. konnten sich gegen die defensivstarken Niederbayern fast keine Möglichkeiten erarbeiten. Der Außenseiter ging durch Valon Muliqi früh in Führung (4.). Nach einem Schnitzer im Weidener Aufbauspiel bediente Ivan Livaja seinen Teamkollegen Jasmin Emini mustergültig und es stand 0:2 (8.). In der Schlussphase riskierten die Oberpfälzer alles und brachten einen fünften Feldspieler. Es half aber alles nichts und der Kreisligist setzte das nächste Ausrufezeichen. 

Im zweiten Halbfinale bestimmte der 1. FC Penzberg zwar die Anfangsphase, doch den Hausherren glückte der Führungstreffer: Nach einem weiten Abwurf von Keeper Bogdan Hodoroada markierte Rinos Bajraktari per Hinterkopf das 0:1 (4.). Wenig später sorgten die Schiedsrichter für Unmut: Dingolfing wurde nach einer Attacke an Benjamin Sußbauer ein Sechsmeter verweigert, beim direkten Gegenzug wurde den Oberbayern dann eine vielversprechende Überzahlsituation wegen eines vorangegangenen Foulspiels der Niederbayern abgepfiffen. In der Folgezeit gab es hüben wie drüben einige gute Möglichkeiten. In der vorletzten Spielminute gab es dann aufgrund des fünften Fouls des FCD einen Zehnmeter, den Marco Hiry zum 1:1-Ausgleich verwandelte. 41 Sekunden vor Spielende gab es den nächsten Strafstoß für Penzberg: Hiry behielt die Nerven und brachte seine Farben mit 2:1 in Führung. Als der Lokalmatador alles auf eine Karte setzte, konterte der FCP und Regionalliga-Gastspieler Maximilian Berwein besorgte den 3:1-Endstand. 

Das Endspiel begann mit einem Paukenschlag, denn bereits in der dritten Minute sah Landshuts Dario Vidovic nach einem Foulspiel, das eine klare Torchance verhinderte, die rote Karte – eine vertretbare, aber dennoch harte Entscheidung  Die zweiminütige Unterzahl überstanden die Niederbayern unbeschadet. Der Bezirksligist blieb auch im Anschluss am Drücker, konnte seine Chancen aber nicht nutzen. Die Eintracht hatte ihre erste gute Möglichkeit erst in der zehnten Minute, als ein Freistoß-Hammer von Spielercoach Ali Attieh den Querbalken klatschte. Dann entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit dem glücklicheren Ende für den Favoriten: 43 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene gelang Maximilian Berwein mit einem satten Schuss aus zwölf Metern der umjubelte Siegtreffer. 

 

By |2020-01-25T22:25:17+02:00Januar 25th, 2020|1.Mannschaft, Senioren|0 Comments

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