Unvermutet erhalten Penzbergs Futsaler Wunschgegner Stuttgart in den Play-offs

Brunners Zukunft noch nicht geklärt

Die Futsaler des FC Penzberg haben sich für die Meisterrunde qualifiziert. Mit Stuttgart hat die Mannschaft von Andreas Brunner den Wunschgegner erwischt.

Penzberg – Die Zeit für die wichtigen Antworten war noch nicht gekommen. Ob Andreas Brunner als Trainer beim FC Penzberg weiter arbeitet, war durchaus eine legitime Frage nach dem letzten Vorrundenspiel in der Bundesliga. Brunner, ganz Profi, antwortete ausweichend. Letztlich habe er noch nichts entschieden. „Aber der sportliche Wille ist da, dass das Projekt weiterläuft.“

In der vergangenen Woche hielten die Macher des FCP-Futsals ein Treffen samt Saisonfazit ab. Die erste, weitreichende Erkenntnis nach sechs Monaten im Oberhaus: Für Bundesligajahr zwei braucht es mehr Breite, im Kader wie im Umfeld. „Wir sind nicht ansatzweise eine Profimannschaft“, so Brunners Erkenntnis. Diese Thematik wird Penzberg im kommenden Sommer bearbeiten, davor erfreut sich die Mannschaft an der Bonusrunde, dem Lohn für den Klassenerhalt: Als Achter hat sich der FC Penzberg für die Meisterrunde qualifiziert. Sie startet am Osterwochenende mit einem Heimspiel gegen den Stuttgarter Futsal Club.

FC Penzberg: Mit Rumpftruppe im letzten Heimspiel

Penzberg trifft damit auf seinen Wunschgegner – wenn auch unvermutet. Geplant war alles anders. Mit einem Heimsieg über die HSV-Panthers hatte Penzberg vor, auf Rang sieben zu rücken, um HOT 05, dem Tabellenführer, auszuweichen. Tatsächlich hatten die Sachsen am Tag davor in Weilimdorf in der spektakulärsten Partie der Saison mit 8:11 verloren. Damit büßten sie das Heimrecht für die Play-offs ein. Nun sollte man aber nicht auf falsche Gedanken kommen. Penzberg verlor seine Partie gegen Hamburg (2:6) nicht absichtlich. Unter den aktuellen Umständen hätte Andreas Brunner gar ein Duell mit HOT 05 favorisiert. Zwei Top-Brasilianer fallen bei den Sachsen nämlich aus. Einer verletzte sich schwer in Weilimdorf, ein anderer flog mit Rot vom Platz. „Ohne die beiden sind sie deutlich schwächer“, so der FCP-Coach.

Doch auch bei seiner eigenen Mannschaft lief genug schief. Mit dem kleinsten Kader in dieser Saison (nur sieben Feldspieler) startete Penzberg ins letzte Heimspiel vor etwa 150 Zuschauern. Fazlican Verep, so berichtet Brunner, habe sich irgendwie durchgequält. „Der war am Ende mausetot.“ Maximilian Kalus und Alen Patak wärmten sich zwar auf, ließen es dann aber bleiben. Das Miniaufgebot zeigte einen der schwächsten Auftritte des Spieljahres. „Wirklich unter unseren Möglichkeiten“, merkt Andreas Brunner an. Nach dem Führungstreffer von Efe Kurtar häuften sich die Fehler. Penzberg kassierte Kontertore, verlor Zweikämpfe ohne Ende und lag schon zur Pause 1:4 hinten.

FC Penzberg Futsal: Drei Wochen Spielpause bis zum Start der Playoff-Runde

Beim Stand von 1:5 nahm der Trainer seinen Torwart vom Spielfeld. Nicht, weil er große Hoffnungen hatte, sondern um ein taktisches Mittel zu trainieren und mit der Überzahl etwas Druck vom Team zu nehmen. Immerhin belohnte Fazlican Verep diesen Mut mit dem letzten Tor der Vorrunde. Eine schöne Klammer um die Saison: Verep hatte auch den Premierentreffer der Bundesliga-Saison erzielt.

Am Ende verließen die Penzberger geknickt die Halle. „War nicht unser Tag“, sagte Coach Brunner. Gewiss wirkten sich auch die durchwachsenen Leistungen unter freiem Himmel in den vergangenen Tagen auf das Gemüt einiger Kicker aus. „Trennen kannst du das letztlich nie, das bedingt sich immer.“ Umso besser, dass nun drei Wochen Spielpause vor den Play-offs anstehen. Beim Coach überwog trotz des tristen Abschieds der Stolz. Über die ganze Saison habe es sein Team gut hingekriegt. „Die Jungs haben persönlich einiges zurückgesteckt.“ Belohnt wurden sie mit dem Ligaerhalt und einem Platz im Viertelfinale. Ein weiteres kleines bisschen Penzberger Fußballgeschichte. (ANDREAS MAYR)