Dank überragender erster Hälfte – FC Penzberg schenkt Deisenhofen-Reserve sieben Stück ein

Das System „Ollert“ fängt an zu greifen

Der FC Penzberg kommt immer mehr in Fahrt. Gegen die Deisenhofen-Reserve fuhr die Mannschaft von Trainer Simon Ollert einen 7:3-Kantersieg ein

Penzberg – In und um Deisenhofen herum wird gerade viel gebaut. Die Straße nach Grünwald, der neue Kunstrasen beim FCD – überall Bagger, Maschinen, Schutt. Nun ließ sich dieses Bild bisher auch auf den 1. FC Penzberg übertragen, der doch allerlei Bauarbeiten am eigenen Bezirksliga-Team vorgenommen hat. Doch das Gastspiel in Deisenhofen zeigt: Zumindest, was die Offensive angeht, hat diese Allegorie langsam ausgedient.

Prächtig sah der neue Angriff aus. Sieben Tore gelangen beim Auswärtssieg (7:3) am Freitag. Über die Gegentore, die Trainer Simon Ollert allesamt als „zu verteidigen“ einstuft, wollte man an so einem Feier-Abend nicht länger reden.

Deisenhofen ist nicht irgendein Gegner, auch wenn die Reserve viel von ihrer Herrlichkeit des Kreisliga-Aufstiegs verloren hat. Die Abendspiele auf dem Kunstrasen werden noch mehrere Gegner ins Straucheln bringen, da waren sich auch die Penzberger einig, die nachher noch genüsslich eine Siegerpizza im Vereinslokal verzehrten. Und doch war der FCD chancenlos, weil erstmals klar ersichtlich war, wie Simon Ollerts Fußball auszusehen hat. „Das Muster wird immer mehr erkennbar“, lobte der Coach.

Auch wenn’s bisher noch wenig Vergleichswerte gibt: Halbzeit eins war das mit Abstand beste, was der FCP in dieser Saison gezeigt hat. Zwischen Minute 20 und 45 zäunten die Gäste ihre Gegner ein. Nur mit weiten Schlägen entkamen sie ihrer eigenen Hälfte. Als Auslöser sieht Simon Ollert: „Wir haben Ruhe bewahrt nach dem 0:1. Da war ich selber überrascht.“ Der frühe Gegentreffer – ein perfekt vorgetragener Konter – schärfte die Sinne beim FCP. Egal, ob links oder rechts – allerorten stürzen sich zwei, drei Abfangjäger auf die Deisenhofener. Maximilian Kalus, Maximilian Panholzer sowie Fazlican Verep verteilten die Bälle geschickt auf die Flügel. Dort, wo Coach Ollert sie sehen will.

Die ganzen Geschichte dieses Kantersieg lässt sich aber nicht ohne die Metamorphose der beiden Außen erzählen. Denis Grgic und Denny Krämer waren es gewohnt, vor dem Tor zu wühlen. In der Box, also im Strafraum, wie’s im Fußballerdeutsch heutzutage heißt. Doch diesen Platz okkupiert Franz Huber, Routinier, Stoßstürmer mit Auge und verlängerte Arm des Trainers.

Denis Grgic gibt unumwunden zu, wie fremd er sich noch fühlt, draußen an der Seitenlinie, wie er zweifelte an seiner Kunst zu flanken. Im Gespräch mit Simon Ollert äußerte er vor der Saison seine Zweifel an der neuen Position. Sein Trainer sieht das ganz anders. Gegen Penzberg legte Grgic zwei Treffer mit perfekten Zuspielen auf. „Er nimmt das immer mehr an, kommt immer besser ins Spiel. Das war heute ein Riesen-Schritt nach vorne“, sagt Ollert. Sein Lob überträgt der Trainer auf Denny Krämer, den Doppel-Torschützen, der auch negativ auffiel, weil er sich lautstark über seine Auswechslung empörte. Wertet Ollert lange nicht so schlimm: „Alle drei vorne sind sehr emotional. Ich wäre nicht anders. Sie haben einen Ehrgeiz entwickelt. Das ist ein gutes Zeichen.“ Penzbergs neuer Dreizack sei „auf einem guten Weg“, so der Coach. Selbst in Hälfte zwei, als der FCP das Pressing vernachlässigte, fielen noch drei Tore –- nach Standards und im Konter. (Andreas Mayr)

Statistik

FC Deisenhofen II 3

FC Penzberg 7

Tore: 1:9 (7.) Patent, 1:1 (12.) Krämer, 1:2 (27.) Krämer, 1:3 (27.) Krämer, 1:3 (41.) Grgic, 1:4 (45.) Panholzer, 2:4 (53.) Patent, 2:5 (64.) S. Neziri, 2:6 (78.) Grgic, 3:6 (82.) Cosic, 3:7 (90.+1) Puskas. Gelbe Karten: Deisenhofen 1, Penzberg 1. Schiedsrichter: Fridolin Angerer. Zuschauer: 50.